Liebe Freunde der deutschen Sprache,

hatten wir im Sommer die Hoffnung, dass wir Corona überstanden haben, begann im Herbst wieder die Achterbahnfahrt des Gezerres um den vermeintlich richtigen Weg aus der Pandemie. Bei allen Schwierigkeiten, die dieses Auf und Ab in allen Lebensbereichen mit sich bringt, bleiben Sie zuversichtlich. Auch wenn es gewagt ist, Prognosen für das kommende Jahr anzustellen, wollen wir unser Vereinsleben wieder in Schwung bringen. Projekte und Ideen gibt es, die wir in unserer nächsten Mitgliederversammlung im Frühjahr vorstellen werden. Dort steht auch die Wahl der Regionalleitung und der Stimmberechtigten für die Bundesdelegiertenversammlung im September in der Lutherstadt Wittenberg – zum 25-jährigen Jubiläum des VDS zum vierten Mal in Sachsen-Anhalt – auf der Tagesordnung. Da wir in den vergangenen Monaten einen erfreulichen Mitgliederzuwachs verzeichnen können, dürfen drei Delegierte gewählt werden. Rund um die Delegiertenversammlung stehen die deutschen Sprachtage ganz im Zeichen der 500-jährigen Übersetzung des Neuen Testaments durch Martin Luther, welches 1522 in Wittenberg gedruckt wurde und als Septembertestament in die Geschichte einging. Im März wollen wir unseren Verein gemeinsam mit den Leipziger Vereinsfreunden und dem IFB Verlag Deutsche Sprache auf der Leipziger Buchmesse präsentieren.

Bleiben Sie gesund und kommen Sie gut durch diese fordernden Zeiten. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Ihre Leitung der VDS-Regionalgruppe Sachsen-Anhalt

Studenten finden VDS konservativ, aber dennoch gut

Seminar an der Hochschule Harz zu sprachlichen Themen

Dipl.-Ing. Jörg Bönisch und Prof. Dr. phil. Bruno Klauk | Foto: Jörg Bönisch

Bruno Klauk, Leiter der VDS-Region 58 und Professor an der Hochschule Harz, und Jörg Bönisch, Mitglied im VDS-Bundesvorstand, bestritten am 6. September in Wernigerode einen Projekttag unter dem Titel „Gutes Deutsch in Wissenschaft und Wirtschaft“. An dem Seminar nahmen 12 Studenten (10 Studentinnen und 2 Studenten) teil. Klauk vertrat die Wissenschaft. Bönisch, hauptberuflich Pressesprecher bei der Deutschen Bahn für die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, den Teil der Wirtschaft. Thematisiert wurden die sprachlichen Defizite resultierend aus Versäumnissen im Elternhaus sowie in der Bildungs- und Sprachpolitik, die Gleichgültigkeit gegenüber unserer Landessprache und die ideologischen Strömungen des Gender-Unfugs. Weitere Inhalte waren die überflüssigen Anglizismen, das Denglisch sowie die schwindende Bedeutung des Deutschen in Wissenschaft und Wirtschaft.

In Seminarform gab es Gelegenheit, offen mit den jungen Leuten ins Gespräch zu kommen und Gedanken auszutauschen. Gerade beim Thema Gendersprache haben die Seminarleiter als „alte, weiße Männer“ einen kontroversen Meinungsaustausch erwartet. Doch die Diskussionen verliefen sehr moderat und sachlich. Auffällig war, dass es unter den jungen Leuten wenig Bewusstsein für sprachliche und sprachpolitische Themen gibt. Da gerade unsere Hochschulen und Universitäten unter dem Verdacht stehen, Vorreiter in Sachen geschlechtergerechter Schreibformen zu sein, gibt es hier offensichtlich ein breites Betätigungsfeld. Insgesamt kamen die Existenz und die Aktivitäten des VDS gut an. Als Manko wurden der geringe Bekanntheitsgrad besonders unter jungen Menschen und die konservative Ausrichtung angesehen. 

Rettet die deutsche Sprache vor dem Duden

Der Verein Deutsche Sprache e. V. fordert alle Freunde der deutschen Sprache auf, den aktuellen Bestrebungen der Dudenredaktion zu einem Umbau der deutschen Sprache entgegenzutreten. So wird auf den Internetseiten des Dudens das in der deutschen Grammatik und im modernen Sprachgebrauch fest verankerte generische Maskulinum abgeschafft: „Mieter: Substantiv, maskulin – männliche Person, die etwas gemietet hat.“ Frauen könnten demnach keine Mieter sein. Mit seiner Ankündigung, mehr als 12.000 Personen- und Berufsbezeichnungen mit weiblicher und männlicher Form in die Netz-Version des Werkes aufzunehmen, betreibt der Duden eine problematische Zwangs-Sexualisierung, die in der deutschen Sprache so nicht vorgesehen ist. Indem er diese Grundsätze missachtet, ist der Duden auf dem Weg, seine Rolle als Standard-Referenzwerk für das Deutsche aufzugeben. Indem er Sprache nicht mehr nur widerspiegelt, sondern sie aktiv verändert, widerspricht er seinen eigenen Grundsätzen. Der VDS fordert deshalb den Duden auf, seine Sexualisierungspläne zu überdenken, in Zukunft sensibler und behutsamer mit der deutschen Sprache umzugehen, und sich auf seine ursprünglichen Ziele zu besinnen.

Aufruf unterschreiben

Alternative zum Duden

Zum Online-Wörterbuch des Dudens gibt es mit dem digitalen lexikalischen System der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften eine Alternative: Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS).

Sprachfreunde aus der Oberlausitz würdigen Förderverein ProHalle

Giebelwände mit Wortantiquitäten, hallescher Mundart und Sprichwörtern werden ausgezeichnet

Der Sprachrettungsklub (SRK) Bautzen verleiht dem Förderverein ProHalle für die Gestaltung von drei Giebelwänden im Zentrum der Saalestadt das Zertifikat „Wir sprechen in unserer Sprache“. „Wir freuen uns, den Förderverein ProHalle dafür ehren zu dürfen, dass er durch phantasiereiche Gestaltung mehrerer Hausgiebel die Bedeutung unserer Muttersprache im Bewusstsein der Bürger ihrer Stadt und ihrer Gäste bewahrt“, begründet Diethold Tietz, Vorsitzender des Sprachrettungsklubs Bautzen, die Auszeichnung. 

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Corona-Virus befällt deutsche Sprache

Foto: Gerd Altmann | pixabay.com

Die anhaltende „Corona-Krise“ zeigt einmal mehr sehr deutlich: Die deutsche Sprache taugt offensichtlich nicht mehr dazu, die moderne Welt in der uns eigenen und verständlichen Landessprache begreiflich zu machen. Stattdessen tönt es landauf, landab seit Wochen aus vollen Rohren: home office, social distancing, lockdown, shutdown, home schooling mit digital learning und blended learning. Doch den meisten ist es wohl egal, welch ein Schindluder da mit der Sprache getrieben wird. Zumal die englisch klingenden Begriffe häufig verwendet werden, ohne zu wissen, was sie bedeuten und wie sie richtig ausgesprochen oder geschrieben werden. Doch es gibt sie, die verantwortungsvollen Sprachfreunde, die sich Galliern gleich gegen das Kauderwelsch wehren. Weiterlesen...

 Haushohe Sprachpflege in Halle

Dreyhauptschule mit hallescher Mundart | Foto: Jörg Bönisch

Mit der Gestaltung von drei Giebelwänden wird in Halle an der Saale eine ganz besondere Sprachpflege betrieben: In der Kleinen Ulrichstraße sind es Wort-Antiquitäten und am Hallmarkt Redewendungen in hallescher Mundart, die in großen Lettern auf den Wänden prangen. Auf dem halleschen Boulevard wurde das Ensemble im Dezember vergangenen Jahres durch eine Hauswand mit alltäglichen Sprichwörtern ergänzt. 

Die Idee für diese großflächige Sprachpflege hatte der Förderverein „Pro Halle“. Dieser will die wirtschaftliche, touristische sowie kulturelle Entwicklung unterstützen und verwirklicht das mit originellen Ideen, wie der Fassadengestaltung.

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